Ulla-Hahn-Haus

Literatur und Sprache in Monheim am Rhein
Autorenpreis
Große Freude über den Ulla-Hahn-Autorenpreis

Die strahlende Preisträgerin Shida Bazyar (links) mit Ulla Hahn und Bürgermeister Daniel Zimmermann im Ratssaal. Foto: Ulla-Hahn-Haus

Die strahlende Preisträgerin Shida Bazyar (links) mit Ulla Hahn und Bürgermeister Daniel Zimmermann im Ratssaal. Foto: Ulla-Hahn-Haus

„Dieser Roman erzählt uns eine große Geschichte, die sich aus vier Kapiteln schlüssig fügt – und mit seinem Epilog eine bemerkenswerte Pointe setzt.“ Unter anderem mit diesen Worten lobte Laudator Stephan Lohr in seiner Rede die junge Schriftstellerin Shida Bazyar. Für ihren ersten Roman „Nachts ist es leise in Teheran“ erhielt sie am Samstagabend den in diesem Jahr mit 10.000 Euro dotierten Ulla-Hahn-Autorenpreis. Er wurde feierlich im Ratssaal der Stadt Monheim am Rhein verliehen. Von Bürgermeister Daniel Zimmermann wurde Shida Bazyar außerdem gebeten, sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen – was sie sehr gerne tat.

„Warum freue ich mich über unsere Wahl in diesem Jahr ganz besonders: Weil es diesem Buch gelingt, ein aktuelles, brisantes Thema mit sprachlicher Souveränität zu meistern“, betonte die in Monheim aufgewachsene bekannte Schriftstellerin Ulla Hahn. Es geht um Integration. Es ist eine aufrüttelnde Familiengeschichte, die 1979 in Teheran beginnt und den Bogen spannt bis in die deutsche Gegenwart.

„Ich bin glücklich und dankbar, heute den Ulla-Hahn-Autorenpreis entgegennehmen zu dürfen“, sagte Shida Bazyar. Am folgenden Tag präsentierte sie Auszüge ihres Werkes auch öffentlich in einer Lesung im Ulla-Hahn-Haus.

Shida Bazyar ist eine deutsche Autorin mit iranischen Wurzeln. Sie wurde 1988 in Hermeskeil geboren und studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim. Neben Veröffentlichungen von Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien war sie Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses 2012 und Studienstipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung. Ihr erster Roman „Nachts ist es leise in Teheran“ ist bei Kiepenheuer & Witsch erschienen.

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Preisträgerin Shida Bazyar liest im Ulla-Hahn-Haus

Am Samstag, 19. November, findet die Verleihung des diesjährigen Ulla-Hahn-Autorenpreises statt. Schriftstellerin Shida Bazyar wird für ihr Erstlingswerk „Nachts ist es leise in Teheran“ mit der in Höhe von 10.000 Euro dotierten Auszeichnung geehrt. Tags darauf wird Shida Bazyar in einer Lesung Auszüge ihres Werkes auch öffentlich präsentieren. „Ich verbinde Orte meistens mit den Begegnungen, die ich auf Lesungen habe“, so Shida Bazyar. „Deshalb freut es mich, dass ich in Monheim den Preis entgegennehmen kann und auch bei der Lesung die Möglichkeit habe, die Monheimer kennenzulernen.“

Die Veranstaltung findet bei freiem Eintritt am Sonntag, 20. November, um 11 Uhr im Ulla-Hahn-Haus an der Neustraße 2-4 statt. Allerdings sind die Raumkapazitäten begrenzt. Insgesamt stehen 40 Karten zur Verfügung. Wer einen der Plätze haben möchte, sollte eine Telefonaktion nutzen.

So geht es: Interessierte können am Montag, 14. November, ab 11 Uhr im Ulla-Hahn-Haus anrufen und ihre Kontaktdaten auf dem Anrufbeantworter – Telefon 02173 951-4143 –hinterlassen. Versuche vor 11 Uhr werden nicht berücksichtigt. Die ersten 40 Anrufer erhalten eine Karte. Sie werden vom Team des Ulla-Hahn-Hauses informiert. Wer bis einschließlich 18. November nicht zurückgerufen wurde, ist leider nicht unter den Gewinnern. (nj)

Shida Bazyar ist eine deutsche Autorin mit iranischen Wurzeln. Ende des Jahres wird sie mit dem dritten Ulla-Hahn-Autorenpreis ausgezeichnet. Foto: Joachim Gern

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Shida Bazyar erhält für Erstlingswerk dritten Ulla-Hahn-Autorenpreis

Wer jünger ist als 35 Jahre, sich mit der eigenen Herkunft auseinandersetzt und darüber ein Buch veröffentlicht, hat gute Chancen auf den Ulla-Hahn-Autorenpreis. Alle zwei Jahre vergibt die Stadt Monheim am Rhein den mit 10.000 Euro dotierten Preis an den Autor eines beeindruckenden Erstlingswerks. In diesem Jahr hat sich die Fachjury, mit der in Monheim aufgewachsenen Autorin Ulla Hahn als Vorsitzenden, für Shida Bazyar und ihren Roman „Nachts ist es leise in Teheran“ entschieden. Der Preis wird bereits zum dritten Mal verliehen.

Shida Bazyar ist eine deutsche Autorin mit iranischen Wurzeln. Ende des Jahres wird sie mit dem dritten Ulla-Hahn-Autorenpreis ausgezeichnet. Foto: Joachim Gern

„Shida Bazyars erster Roman handelt von Flucht und Ankommen, von der Frage nach eigenen und fremden Wurzeln, von Eigen- und Fremdwahrnehmung. Über drei Jahrzehnte erzählt sie die Geschichte einer iranischen Familie“, erklärt die achtköpfige Jury. Die Autorin stelle in jedem der vier Teile ein anderes Mitglied der Familie in den Mittelpunkt und nehme weitestgehend jeweils deren Perspektive ein: „Beshads Hoffnungen, Nahids Gefühl der Fremdheit und Verwunderung in Deutschland, Lalehs Erfahrung einer Doppelidentität, Mos Verwirrung gegenüber den eigenen Emotionen – Shida Bazyar schafft es, die jeweiligen Sichtweisen und Gefühlszustände ohne Larmoyanz, aber mit scharfem Blick und in einer ganz besonderen Sprache – eher Sprachen – zu schildern.“ Das Urteil ist eindeutig: „Das Buch ist nicht nur ein wichtiger Beitrag zur aktuellen Flüchtlingsdiskussion, sondern einfach ein Stück großartiger Literatur.“

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Ulla-Hahn-Autorenpreis 2016: Die Nominierungen

Zum dritten Mal nach 2012 und 2014 steht in diesem Jahr die Vergabe des Ulla-Hahn-Autorenpreises an. Prämiert wird ein deutschsprachiges Erstlingswerk von einer Autorin oder einem Autor unter 35 Jahren. Vorgeschlagen werden können Lyrik und Prosa. 2012 wurde Nadja Küchenmeister für ihren Lyrikband „Alle Lichter“ ausgezeichnet, zwei Jahre später erhielt Lara Schützsack den Ulla-Hahn-Autorenpreis für ihren Roman „Und auch so bitterkalt“. Das Preisgeld ist um 4000 auf nun 10.000 Euro angehoben worden.

Eine achtköpfige Jury schlägt vor und entscheidet über den Preisträger. Vorsitzende ist die in Monheim aufgewachsene bekannte Autorin Dr. Ulla Hahn. Weitere Mitglieder sind in diesem Jahr Norbert Hummelt (Schriftsteller), Maren Jungclaus (Literaturbüro NRW, Düsseldorf), Prof. Swantje Lichtenstein (Schriftstellerin und Dozentin an der Fachhochschule Düsseldorf), Dr. Lothar Schröder (Rheinische Post, verantwortlicher Redakteur für Geistiges Leben), Lara Schützsack (Preisträgerin des Ulla-Hahn-Autorenpreises 2014), Dr. Hajo Steinert (Deutschlandfunk, Leiter der Abteilung Kulturelles Wort) und Dorothea von Törne (freie Literaturkritikerin).

Folgende Nominierungen für den Ulla-Hahn-Autorenpreis liegen vor:

Pierre Jarawan „Am Ende bleiben die Zedern“ (berlin verlag), Nis-Momme Stockmann „Der Fuchs“ (Rowohlt), Yevgeniy Breyger „flüchtige monde“ (kookbooks), Lea Schneider „invasion rückwärts“ (Verlagshaus Berlin), Juan Sebastian Guse „Lärm und Wälder“ (Fischer), Shida Bazyar „Nachts ist es leise in Teheran“ (Kiepenheuer&Witsch), Sina Klein „narkotische kirschen“ (Klever Verlag), Ulrike Feibig „perlicke perlacke, mein Herz schlägt“ (Poetenladen Verlag), Anja Kampmann „Proben von Stein und Licht“ (Carl Hanser Verlag), Mirna Funk „Winternähe“ (Fischer) und Ronja von Rönne „Wir kommen“ (Aufbau Verlag).

Die endgültige Entscheidung trifft die Jury im Sommer. Die Preisverleihung findet Ende des Jahres statt. (nj)


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Ulla-Hahn-Autorenpreis 2016: Die Jury

Dr. Ulla Hahn (Schriftstellerin)

Ulla Hahn wurde am 30. April 1945 geboren und wuchs in Monheim am Rhein auf. Studium der Literaturwissenschaft, Geschichte und Soziologie: Promotion. Lehraufträge an den Universitäten Hamburg, Bremen und Oldenburg, anschließnend Redakteurin für Literatur beim Rundfunk in Bremen. Für ihre Lyrik wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

© Julia Braun

Norbert Hummelt (Schriftsteller)

Norbert Hummelt wurde 1962 in Neuss geboren und lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Für seine Gedichte wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Rolf-Dieter-Brinkmann-Preis, dem Mondseer Lyrikpreis und dem Niederrheinischen Literaturpreis. Er übertrug T.S. Eliots Gedichtzyklen „Das öde Land“ und „Vier Quartette“ neu in Deutsche und ist Herausgeber der Gedichte von W.B. Yeats. Bei Luchterhand erschienen seine Gedichtbände „Zeichen im Schnee“ (2001), „Stille Quellen“ (2004), „Totentanz“ (2007) und „Pans Stunde“ (2011) sowie der Essay „Wie Gedichte entstehen“ (mit Klaus Siblewski, 2009).

© Kerstin Nieke








Maren Jungclaus (Literaturbüro Düsseldorf)

Maren Jungclaus studierte Vergleichende Literaturwissenschaften, Germanistik, Kunstgeschichte und Deutsch als Fremdsprache. Seit 1989 arbeitet sie am Literaturbüro NRW e. V. in Düsseldorf, wo sie literarische Projekte für das In- und Ausland konzipiert und organisiert. Außerdem unterrichtet sie Literatur, Wirtschaftsdeutsch, stilistik, Rechtschreibung und Deutsch als Fremdsprache.

Maren Jungclaus

Lara Schützsack (Schriftstellerin)

Lara Schützsack, geboren 1981 in Hamburg, studierte Germanistik, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften sowie Amerikanische Literatur und Kultur an der Universität Potsdam. Es folgte ein Drehbuchstudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Lara Schützsack lebt und arbeitet als Autorin und Musikberaterin in Berlin. Ihr erster Film ›Draußen ist Sommer‹ lief 2013 in den Kinos. 2014 erhielt sie den Ulla-Hahn-Autorenpreis für ihren Roman "Und auch so bitterkalt".

© Alex Trebus






Prof. Dr. Swantje Lichtenstein

Swantje Lichtenstein, * 1970, lebt in Köln. Sie studierte Philosophie, Soziologie, Germanistik und promovierte über neue Lyrik. Neben ihrer sprachkünstlerischen und schriftstellerischen Arbeit lehrt sie als Professorin für Literatur und Ästhetische Praxis an der FH Düsseldorf. Zuletzt veröffentlichte sie Entlang der lebendigen Linie. Sexophismen (Wien 2010) und Horae. Widerständige Stunden (Berlin 2012).

Dr. Lothar Schröder (Verantwortlicher Redakteur Literatur und Geistiges Leben, Rheinische Post)

Dr. Lothar Schröder, geb. 1963, verantwortlicher Readekteur bei der Rheinischen Post für Literatur, Philosophie, Religion; diverse Buchveröffentlichungen zur Kinder- und Jugendliteratur, zu deutschen Philosophen sowie zum niederrheinischen Erzähler Albert Vigoleis Thelen.

Dr. Hajo Steinert (Leiter Abteilung Kulturelles Wort und Literatur, Deutschlandfunk)

Hajo Steinert, geb. 1952. Promovierter Germanist, Literaturkritiker, Leiter der Abteilung Kulturelles Wort und Literatur beim Deutschlandfunk, Autor und Herausgeber diverser Bücher und Hörbücher über deutsche Gegenwartsliteratur, Fotografie und zur Kulturgeschichte des Fußballs.

Dorothea von Törne

Geboren 1948 in Berlin. Studium der Germanistik und Anglistik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Arbeit als Verlagslektorin (Union Verlag, Berlin) und Literaturjournalistin, zuerst für die Wochenzeitung „Sonntag“ - später „Freitag“ (Besprechung internationaler Lyrik in der Rubrik „Die Rezension“) und deutsche Lyrik in der Zeitschrift „Neue deutsche Literatur“ („ndl“). Herausgabe von Lyrik-Anthologien: Vogelbühne. Gedichte im Dialog. Verlag der Nation, Berlin 1983. Komm lies, geh sprich. Gedichte im Dialog. Union-Verlag, Berlin 1989, Theodor Fontane: Ja, das möcht' ich noch erleben. Gedichte. 2. Aufl. Verlag der Nation, Berlin 1991, (EA 1986; und mit einem Nachwort versehen). 2001 Veröffentlichung einer Biographie über die Schriftstellerin Brigitte Reimann unter dem Titel Einfach wirklich leben. Seit Anfang der 90er Jahre  Lyrik-Kolumnen und Einzelbeiträge über deutschsprachige und internationale Lyrik und Prosa in überregionalen und regionalen Zeitungen, Zeitschriften und Literaturperiodika, unter anderem für den „Tagesspiegel“ und die „Welt“. Im Jahr 2010 Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik.

© Cordula Giese

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